Samstag, 2. Juli 2016

[INTERVIEW] Im Interview mit Anne Jacobs



© Marlies GbR IHR
Portraitfotograf





Name:
 
Anne Jacobs
Homepage: www.anne-jacobs.net
Familienstand: geschieden
Kinder: zwei
Genre: Historischer Roman
Pseudonyme: mehrere








Bisherige Veröffentlichungen: an die 30 Bücher. 
Als Anne Jacobs wurden veröffentlicht:

  
     

1.) Wie bist Du zum Schreiben gekommen und gab/gibt es noch andere Berufe, die ausgeübt werden/wurden?
Ich habe Sprachen und Literaturwissenschaft studiert, auch die Musik hat mich immer sehr begeistert: Klavierspiel, später auch ein wenig Trompete und Gesang. Als Schülerin wollte ich Medizin oder Biologie studieren, auch das Fach Geschichte – je nach Lehrer – fand ich spannend. Zum Schreiben kam ich, weil ich wegen meiner beiden Kinder ein paar Jahre zu Hause blieb und eine Beschäftigung brauchte, die ich auch zuhause ausüben konnte. Dass es sich zu einer Leidenschaft und schließlich zu meinem Beruf entwickeln würde, ahnte ich damals nicht.

2.) Wenn Du am Schreiben bist, wo tust Du es am liebsten und wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?
Ich plane meine Romankapitel normalerweise in meiner Wohnküche bei Tee und Keksen etc.. Dort habe ich einen großen Tisch, auf dem alles mögliche herumliegt, was mich jedoch wenig stört. Meine Notizen schreibe ich auf Papier, ich besitze jede Menge Blöcke, Büchlein und sogar noch alte Schulhefte meiner Kinder. Das Kapitel sollte durchgeplant sein, bevor ich mich ins Arbeitszimmer an den Computer begebe. Dort entsteht dann der Romantext.

3.) Wenn Du gerade nicht an einem Buch schreibst, was machst Du gerne in Deiner Freizeit?
Ich reise gern, gehe mit dem Hund spazieren, höre Musik oder lese. Seit einigen Jahren habe ich das Nähen für mich entdeckt, wobei ich niemals nach Anleitung arbeite, sondern immer nach eigenen Ideen.

4. ) Wenn Du selbst als Leserin unterwegs bist, welche Bücher liest Du am liebsten und was eher gar nicht?
Ich lese oft Sachbücher. Momentan „Der Fluch der bösen Tat“ von Peter Scholl-Latour. Dann liegt „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben noch auf meinem Lesestapel. Krimis mag ich sehr, allerdings keine Thriller, auch die ganz blutigen Schilderungen brauche ich nicht. Toll fand ich „Girl on the train“. Ansonsten lese ich Romane querbeet.

5.) Hast Du einen Lieblingsfilm oder ein Film der Dir aus deiner Kindheit gerade spontan einfällt, der gerne gesehen wurde und weshalb?
„Am Anfang war das Feuer“ hat mich damals sehr beeindruckt. Was mir noch gefiel war „Ziemlich beste Freunde“, die vier Filme „Miss Marple“ mit Margret Rutherford und dann natürlich das bezaubernde „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Das ist einfach Kult.

6.) Wenn Du ein Tier wärst, welches wäre es und weshalb?
Lustige Frage. Ich wäre gern eine Katze. Vermutlich, weil ich eine Individualistin bin und mir gern meine eigenen Regeln mache. Katzen kann man nur schwer erziehen, sie tun, was sie wollen, aber wenn man mit ihnen umgehen kann, lohnen sie es mit Zärtlichkeit und Treue.

7.) Gibt es ein Lieblingsreiseziel, wenn ja welches und warum gerade dieses?
Kein konkretes. Aber ich liebe das Meer, gleich ob die Nordsee, die Ostsee oder der Atlantik.

8.) Anne, erzähle uns doch etwas über Dein aktuelles Buch. Wie ist die Idee entstanden? Wie sahen die Recherchen dazu aus?
Wie oben erwähnt, bin ich wieder mit dem Schicksal der Tuchvilla beschäftigt. Die Geschichte spielt während der Weimarer Republik, dazu habe ich einiges an Recherchematerial zusammengetragen. Im Zentrum stehen Paul und Marie, deren Liebe auf eine harte Probe gestellt wird, aber auch Elisabeth erlebt Höhen und Tiefen. Die Kinder wachsen heran, entwickeln eigene Persönlichkeiten und es wird sich zeigen, ob sie die Erwartungen ihrer Eltern erfüllen, oder andere Wege gehen.

9.) Hattest Du beim aktuellen Buch ein Mitsprachrecht bei der Covergestaltung? Und wie gefällt es Dir persönlich?
Normalerweise hat die Autorin nur ein eingeschränktes Mitspracherecht, was die Covergestaltung betrifft. Die Cover der „Tuchvilla“ und „Die Töchter der Tuchvilla“ fand ich auf Anhieb sehr gelungen.

10.) Wie lange schreibst Du durchschnittlich an einem Roman? Und wie sieht der Werdegang von der Entstehung der Idee bis zur Veröffentlichung aus?
Unterschiedlich. Manchmal recherchiert man ein ganzes Jahr, und beginnt dann erst mit dem Schreiben. Ansonsten nehme ich mir für ein Buch ein halbes bzw. Dreivierteljahr Zeit.

Der Werdegang ist üblicherweise so: Ich entwickle eine Idee, bespreche sie mit meinem Agenten und verfasse ein Exposé. Dieses Exposé bietet mein Agent an. Wenn er es verkauft, erhalte ich einen Vorschuss, von dem ich leben kann, während ich das Buch schreibe. In regelmäßigen Abschnitten schicke ich meiner Verlagslektorin Texte, die sie liest und beurteilt. Wenn das gesamte Manuskript fertig ist, wird es im Verlag mehrfach lektoriert und mir wieder zugeschickt. Dann bespreche ich mit dem Lektorat die kritischen Stellen, ändere ab oder ergänze den Text. Wenn wir alle zufrieden sind, geht das Manuskript seinen Weg im Verlag.

11.) Wie hast Du Dich gefühlt, als Dein erstes Buch veröffentlicht wurde? Wirst Du oft in der Öffentlichkeit erkannt?
Als ich mein erstes Buch veröffentlichte, war ich vollkommen aus dem Häuschen. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu begreifen, dass 99% meiner Umgebung keinerlei Notiz davon nahmen und es auch nicht für wichtig hielt.

12.) Die neue Generation ist das ebook, was hältst Du persönlich davon und wie siehst Du die Entwicklung?
Ich besitze selbst ein Lesegerät und lade mir hie und da auch ebooks herunter. In einigen Fällen ist das ganz praktisch, vor allem, wenn man im Bett liest und keine Lust hat sich mit einem schweren Hardcover herumzuärgern. Meine eigenen Bücher werden seit einigen Jahren sowohl als Printausgaben als auch als ebook herausgegeben, wobei der Anteil der verkauften ebooks etwa ein Viertel oder Fünftel der Printausgaben beträgt. Dass das Buch ganz und gar vom ebook verdrängt wird, glaube ich nicht. Bücher wird es immer geben!

13.) Momentan wird das Thema Selfpublishing sehr heiß diskutiert, was hältst Du davon? Wenn Du selber dazu gehörst, weshalb hast Du Dich dazu entschieden?
Finde ich eine sehr spannende Entwicklung, die jedoch momentan noch ziemlich undurchsichtig ist. Da wird sich noch viel tun. Und wie es scheint, sind es wieder die großen Unternehmen, die den Markt vereinnahmen.

14.) Ein paar letzte Worte an Deine Leser:
Es ist merkwürdig, wie wenig man braucht, um für eine Weile rundum zufrieden zu sein. Ein gemütliches Sofa, eine Tasse Tee oder Kaffee und ein schönes Buch. Lesen ist ein gutes Mittel gegen den Rest der Welt.

Besucht die Autorin Anne Jacobs auf Facebook!


Ich bedanke mich recht herzlich bei der Autorin Anne Jacobs für dieses Interview. Herzlichen Dank an den Verlag für die Vermittlung, die erst das Interview möglich gemacht hat .


Vielen herzlichen Dank. 


© 2016 Katis-Buecherwelt
© Autorenfotos:siehe Angaben
© Banner Hintergrund: pixabay.com;
© Cover:Blanvalet Verlag;
© Gestaltung: Katis-Buecherwelt 

Kommentare:

  1. Huhu,

    was für ein schönes Interview ...besonders gefallen haben mir die letzten Sätze der Autorin...mit wenig zufrieden zu sein...tolle Einstellung....

    LG..Karin...

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    1. Hallo Karin,
      die Abschlussworte von Anne Jacobs fand ich auch total schön und lässt einen doch nachdenken und Dinge mit anderen Augen sehen.
      Ich freu mich, dass dir das Interview gefallen hat.
      Liebe Grüße
      Kati

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  2. Tolles Interview! Ich warte schon sehnsüchtig auf den 3. Band der Tuchvilla ;-).

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    1. Hallo Tanja,
      toll, dass es dir gefallen hat. Auf Band 3 müssen wir noch etwas warten, der erscheint leider erst am 19.Dezember 2016.
      Liebe Grüße
      Kati

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  3. Ein schönes Interview, ich sollte mal langsam den ersten Teil lesen; das Buch liegt hier schon.

    Viele Grüße, Jutta

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    1. Hallo Jutta,

      ja dann wünsche ich dir ganz viel Lesespaß mit "Die Tuchvilla". Und toll, dass dir das Interview gefallen hat. Ich liebe die Samstage mit den Interviews ... man erfährt soviel von den Autoren.
      Liebe Grüße
      Kati

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