Donnerstag, 16. Juli 2015

[REZENSION] Als wir Libellen waren ~ Alpan Sagsöz


  


Wenn Olivia tanzt, ist sie mit sich und der Welt im Reinen. Doch dann macht sie eine Entdeckung, die ihr den Boden unter den Füßen wegzieht: Wer ist wirklich ihr Vater?
Aaron, ein erfolgreicher Rechtsanwalt, hat in Beruf und Privatleben alles unter Kontrolle - bis ihm ein Zwischenfall zeigt, dass er sich auf dünnem Eis bewegt. Was fehlt in seinem Leben? Ist es Olivia, die plötzlich auftaucht und seine Tochter sein könnte? Wohin wird die Reise führen, zu der die beiden aufbrechen? (Textquelle: amazon.de)


Die Buchgestaltung gefällt mir recht gut. Der Hintergrund zeigt eine Wolkenformation. Solche werden in der Geschichte oftmals erwähnt. Der attraktive Mann, der zum Sprung angesetzt hat, gibt den Anschein, als würde er einen Sprung in ein neues Leben wagen. Lässt man die Story etwas auf sich wirken, findet man einen Zusammenhang zwischen Cover und Geschichte.


"Aaron Jassweg nahm zwei Stufen auf einmal."



"Als wir Libellen waren" ist ein Entwicklungsroman und der erste Roman für Erwachsene von Alpan Sagsöz.

Olivia ist eine junge Frau, die ein ganz normales Leben zu führen scheint, als sie plötzlich über einen Kontoauszug stolpert, der Unterhaltszahlungen des Aaron J. zeigt. Für sie bricht eine Welt zusammen und sie begibt sich auf die Suche nach diesem unbekannten Aaron.

Der Rechtsanwalt Aaron hat sein Leben unter Kontrolle, doch dann sackt er während einer Gerichtsverhandlung einfach zusammen. Er beginnt über sich und sein Leben nachzudenken und plötzlich taucht eine junge Frau, Olivia, in sein Leben. Ist sie seine Tochter?

Der Autor Alpan Sagsöz schreibt hier einen nachdenklich stimmenden Roman, der mich an einigen Stellen hat innehalten lassen. Er setzt Zeichen, wie wichtig ein Vater für seine Tochter sein kann und beschreibt hier eine Verbindung zweier ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten. Die Charaktere sind sehr offen mit ihren Gedanken und entwickeln sich in der Geschichte stets weiter. Olivias Spontanität hat mich sehr beeindruckt und oftmals wünschte ich mir, wie sie zu sein.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, aber auch monoton. Der Autor führt den Leser angenehm durch die Story, doch bleibt der Spannungsbogen dabei auf der Strecke. Erst zum Ende hin kam das Gefühl auf, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Die Story ist abwechselnd aus der Sicht von Olivia und Aaron geschrieben.

Das Ende kommt sehr schnell und klärt die teilweise aufkommende Fragen während des Lesens auf. Doch gab es hier einige Handlungen, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte und etwas weit her geholt empfand.

"Als wir Libellen waren" ist ein unterhaltsamer Roman der den Leser auf eine Reise nimmt - der Suche nach dem eigenem "Ich" und seinen "Wurzeln". ~ unterhaltsam ~ nachdenklich ~ tiefgründig ~ 

    
3,5 von 5 Blumen 



"Das Sterben ist die Meisterprüfung im Leben jedes Menschen. Der Gang über den Steg braucht Übung, die man sich im Leben holt, oder eben nicht. So einfach ist das. Übung." (Seite 87)


© Bildquelle: Alpan Sagsöz


Alpan Sağsöz (Jahrgang 1973) lebt in Köln und schreibt seit 2007 vorwiegend Geschichten mit
interkulturellem Hintergrund.
(Textquelle: amazon.de


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*Preise z. Zt. der Veröffentlichung