Freitag, 30. Januar 2015

[INTERVIEW] Im Interview Claudia Vilshöfer




© privat
Name: Claudia Vilshöfer
Geburtstag/Ort: 16.10.1968 in Salvador, Brasilien
Wohnort: bei Köln
Homepage: www.claudia-vilshoefer.de
Familienstand: verheiratet
Kinder: 2
Genre: Psychothriller
Bisherige Veröffentlichungen:
Schrei in der Dunkelheit, 2010
Nichts bleibt je vergessen, 2012
Kalter Hauch, 2014
Nulla resta nell'ombra, 2013

Ich mag: meine Familie und Freunde, Tiere, Reisen, Saures und Scharfes, Hitze und Gewitter
Ich mag nicht: Ungerechtigkeit, Spinnen, Kälte


1.) Stellen Sie sich doch bitte kurz für meine Leser vor:
Mein Name ist Claudia Vilshöfer und ich lebe in der Nähe von Köln mit meinem italienischen Mann, zwei kleinen Kindern und zwei Katzen.

2.) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und gab/ gibt es noch andere Berufe, die ausgeübt werden/ wurden?
Mein Kopf war schon als Kind voller Geschichten und während meiner Schulzeit habe ich leidenschaftlich gerne geschrieben, bin aber dann zunächst einen ganz anderen Weg gegangen, der mich über die Touristik und eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin wieder zurück zum Schreiben führte. Nach einer inspirierenden Reise ins Death Valley entstand „Schrei in der Dunkelheit“, mein Debütroman.

3.) Wenn Sie schreiben, wo tun Sie es am liebsten und wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?
Am liebsten schreibe ich morgens, wenn die Kinder aus dem Haus sind und alles ruhig ist. Dann schnappe ich mir eine Tasse Kaffee und marschiere in mein gut sortiertes Arbeitszimmer im Dachgeschoss und finde es ganz herrlich, wenn mich dabei meine beiden Katzen begleiten.


© Bild Privat; Arbeitszimmer
4.) Wenn Sie nicht gerade an einem Buch schreiben, was tun Sie dann gerne in Ihrer Freizeit? Natürlich lese ich gerne, das versteht sich vermutlich von selbst, aber ich bin genauso gerne draußen in der freien Natur unterwegs – am liebsten mit meinen Kindern, die noch im Spielplatzalter sind. Außerdem bin ich eine begeisterte Köchin und reise sehr gerne, was sich dann immer wunderbar mit der Inspiration für neue Bücher verbinden lässt, weil mir unterwegs die besten Ideen kommen.

5.) Wenn Sie selbst als Leser/in unterwegs sind, welche Bücher lesen Sie am liebsten und was eher gar nicht?
Am liebsten bleibe ich im Genre und lese Psychothriller, allerdings keine allzu blutigen, sondern eher schaurig subtile, die unter die Haut gehen. Oder auch Sidney Sheldon, der einfach ein Meister seines Fachs ist. Allerdings nehme ich mir genauso gerne schon mal amüsante Reiseberichte zur Hand wie die von Bill Bryson.

6.) Haben Sie einen Lieblingsfilm oder einen Film, der Ihnen aus der Kindheit gerade spontan einfällt, der gerne gesehen wurde und weshalb?
Da gibt es einige, zum Beispiel „Kap der Angst“ mit Robert de Niro, weil er so unglaublich spannend ist. Und die mitreißende Verfilmung von „Papillon“. Oder aber der Klassiker „Rebecca“, der auch nach all den Jahren noch zum Gruseln einlädt...

7.) Wenn Sie ein Tier wären, welches wäre es und weshalb?
Dann wäre ich wohl gerne eine Katze, weil die meist so herrlich entspannt sind und, genau wie ich, ihren eigenen Kopf haben.

8.) Haben Sie ein Idol? Wenn ja, wer und weshalb?
Vielleicht Martin Luther King, weil er in absoluter Gewaltlosigkeit für seinen Traum gekämpft hat. In meinen Augen ein verehrenswerter Idealist!

9.) Gibt es ein Sprichwort, welches Sie durch Ihr Leben begleitet?
Never ever give up!

10.) Gibt es ein Lieblingsreiseziel, wenn ja, welches und warum gerade dieses?
Ich bin immer wieder gerne in Brasilien, weil es mein Geburtsland und insofern etwas ganz Besonderes für mich ist. Fasziniert hat mich aber z.B. auch der amerikanische Westen, insbesondere Texas mit seiner endlosen Weite und der ungezwungenen Lebensart.

11.) Zehn Dinge, die Sie in Ihrem Leben noch erreichen oder gerne tun möchten!
Ich bin da relativ bescheiden. Ich wünsche mir einfach, in Gesundheit alt zu werden und meine Kinder noch lange durchs Leben zu begleiten. Es wäre schön, wenn ich nebenbei noch ein wenig die Welt erkunden und schreiben dürfte.

12.) Gibt es derzeit neue Projekte? Worauf dürfen sich Ihre Leser freuen?
Ein neuer Psychothriller ist gedanklich und in meinem Notizheft bereits in Arbeit und wird den Leser wieder auf eine spannende Reise entführen.

13.) Ein besonderes Ereignis in Ihrem Leben?
Ganz sicher die Stunde Null meiner beiden entzückenden Kinder!

14.) In welcher Stadt, außer Ihrem Geburts- und Wohnort, könnten Sie es sich vorstellen zu leben weshalb?
Eine Weile würde ich es sicher in diesem riesigen, pulsierenden, atemberaubenden New York aushalten. Die Metropole ist wirklich magisch und absolut unvergleichbar, aber wenn ich es mir so recht überlege, würde mir der Lärm vermutlich irgendwann auf die Nerven gehen, und so lebe ich doch lieber auf dem Land, wo es noch beschaulich zugeht, die Nähe zur Großstadt Köln aber gegeben ist.

15.) Erzählen Sie uns doch etwas über Ihr aktuelles Buch. Wie ist die Idee entstanden? Wie sahen die Recherchen dazu aus?
In meinem aktuellen Psychothriller brechen drei Menschen zu einem Mittelmeertörn auf. Eine spannende Ausgangssituation, wie ich finde, weil eine beengte Jacht keine Fluchtmöglichkeit birgt. Die beiden mitreisenden Männer kennen sich bereits aus Jugendtagen, in denen sich eine Tragödie abgespielt hatte, die sie nun, auf hoher See wieder einholt. Für Spannung sorgt hier auch die sie begleitende Frau, die den Leser an der einen oder anderen Stelle durchaus zu überraschen vermag...

Die Idee zu einem Thriller auf dem Meer schwirrte mir schon länger im Kopf herum, nicht zuletzt, weil mich das Meer mit all seinen Unwägbarkeiten von jeher fasziniert hat. Die Seefahrt betreffende Fragen konnten während des Schreibprozesses meist schnell geklärt werden, u.a. da sich in der italienischen Familie gleich mehrere Skipper tummeln.

16.) Hatten Sie beim aktuellen Buch ein Mitspracherecht bei der Covergestaltung? Und wie gefällt es Ihnen persönlich?
Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Es passt zum Thema und ist optisch sehr ansprechend. Der Verlag hat da wirklich ganz hervorragende Profis, die sich um Dinge wie Covergestaltung kümmern.

17.) Wie lange schreiben Sie durchschnittlich an 
© Privat; Leseplatz
einem Roman? Und wie sieht der Werdegang von der Entstehung der Idee bis zur Veröffentlichung aus?
Die Idee für eine neue Geschichte reift über längere Zeit in meinem Kopf. Ich würde sagen, dass ich danach ca. ein Jahr brauche, bis das Manuskript zur Abgabe bereit ist, aber darauf folgt natürlich noch die Lektoratsphase, die einen nicht unerheblichen Teil der Arbeit ausmacht. In dieser Zeit arbeitet der Autor besonders intensiv mit dem Lektor zusammen, das geschieht in der Regel in mehreren Durchgängen. Zum Schluss sieht sich noch ein externer Redakteur das fertige Manuskript an, man bekommt die Druckfahne, die nochmals gegengelesen wird. Und dann dauert es auch nicht mehr lange, bis man das erste druckfrische Exemplar in den Händen hält :-)

18.) Wie haben Sie sich gefühlt, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde? Werden Sie oft in der Öffentlichkeit erkannt?
Da war ich schon ein bisschen stolz, um ehrlich zu sein, denn ich hatte ja intensiv auf den Moment der Veröffentlichung hingearbeitet und war froh, als ich mir nach all der Arbeit endlich das erste eigene Buch ins Bücherregal stellen durfte. Erkannt werde ich z.B. hier und da an der Supermarktkasse, meist wenn kurz zuvor ein Artikel in der Zeitung erschienen ist. Es sind immer sehr nette Begegnungen und es ist schön, so viel positives Feedback zu bekommen.

19.) Wie geht Ihre Familie damit um, dass sie in den Medien präsent sind?
Die hat nichts dagegen und freut sich über den Erfolg :-) Aber im Alltag ist das meist überhaupt kein Thema.

20.) Die neue Generation ist das ebook, was halten Sie persönlich davon und wie sehen Sie die Entwicklung?
Ich persönlich halte nach wie vor lieber ein gedrucktes Buch in den Händen und fülle mein Regal mit schönen Exemplaren, die ich gerne gelesen habe. Trotzdem halte ich das ebook für sehr wichtig und vor allem zeitgerecht. Im übrigen ist es extrem praktisch, nicht mit einem Koffer voller sperriger Bücher in den Urlaub zu reisen. Ich denke, dass das ebook noch eine große Entwicklung nehmen und es immer wieder Neuerungen geben wird.

21.) Haben Sie Ihr Buch jemandem gewidmet? Und wenn ja, wer ist diese Person?
Ich habe das jüngste Buch meinen beiden Kindern gewidmet, auf die ich sehr, sehr stolz bin.

22.) Wenn Sie die Möglichkeit hätten, mit einer verstorbenen Person einen Abend zu verbringen, wen würden Sie gerne treffen und was würden Sie unternehmen?
Das wären wohl meine Großeltern. Ich hatte das Glück, eine meiner Omas an meiner Seite zu haben, bis ich 32 war. Wir hatten nicht zuletzt wegen der vielen gemeinsamen Jahre ein sehr inniges Verhältnis und ich würde mir wünschen, nochmal neben ihr in ihrem liebevoll dekorierten Wohnzimmer zu sitzen, Fernsehen zu schauen, nebenbei zu plaudern und Eierlikör zu trinken. Eine Situation, von der ich oft träume...


Ich bedanke mich recht herzlich bei der Autorin Claudia Vilshöfer für dieses sehr ausfürliche Interview. Vielen lieben Dank!


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