Freitag, 30. Mai 2014

[INTERVIEW] Im Autoren-Interview Rike Drust


Kleiner Steckbrief zur Person

© Gisi Rameken


Name:
 Rike Drust
Geburtsort: Bremen
Geburtsdatum: 10.12.1975
Wohnort: Hamburg
Homepage: infemme.twoday.net (eingestaubt)
Familienstand: verheiratet
Kinder: Zwei. Der Große ist 5 und die Kleine 6 Monate
Genre: Sachbuch/Unterhaltung
Pseudonyme: Keine

Veröffentlichungen: 
Muttergefühle (2011) und Familiensafari (2014)






Einige Fragen an die Autorin

Stellen Sie sich doch bitte kurz für meine Leser vor.
Mein Name ist Rike Drust, ich bin 38 und ziemlich irritiert, einen Interviewbogen als Romanautorin auszufüllen. Wer hätte das gedacht? Also, ich wohne mit meinem Mann und unseren zwei Kindern in Hamburg. Gerade bin ich in Elternzeit und versuche, nicht so viel zu arbeiten, deshalb fasse ich mich hier auch kurz.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und gab/gibt es noch andere Berufe die ausgeübt werden/wurden?
Eigentlich bin ich Werbetexterin. Aber parallel zum Texten habe ich immer schon für Magazine geschrieben und gebloggt. Meine aufgeschriebenen Erfahrungen als junge Mutter hat dann durch einen glücklichen Zufall mein jetziger Agent in die Finger bekommen und ein Jahr später erschien „Muttergefühle. Gesamtausgabe“. Und da ich schon mal den Fuß in der Tür der Buchschreiberei hatte, habe ich weitergemacht und „Familiensafari“ geschrieben.

Wenn Sie schreiben, wo tun Sie es am liebsten und wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?
Ich teile meine Arbeit grob in zwei Phasen: Ausdenken und Schreiben. Zum Ausdenken gehe ich gern raus, am liebsten in das Café gegenüber. Wenn es ans Schreiben geht, brauche ich Ruhe und sitze in unserer
© Gisi Remeken
Wohnung. Derzeit am Küchentisch, weil ich mein Arbeitszimmer für unsere kleine Tochter geräumt habe.

Wenn Sie nicht gerade an einem Buch schreiben, was tun Sie dann gerne in Ihrer Freizeit?
Freiwas? Mit einem kleinen Baby ist das leider ein ziemliches Fremdwort. Wenn ich doch mal ein bisschen Zeit für mich habe, stricke ich gern. Überhaupt finde ich Handarbeiten toll - ist zwar extrem uncool, aber es entspannt mich. Und mein Sohn hält mich für MacGyver.

Wenn Sie selbst als Leser/in unterwegs sind, welche Bücher lesen Sie am liebsten und was eher gar nicht?
Überhaupt nicht mein Fall sind Fantasygeschichten und historische Romane. Ich lese gern unterhaltsame Bücher, die mich schnell in ihren Bann ziehen und nicht so blumig herumbeschreiben, so dass in meinem Kopf viel Platz zum Vorstellen bleibt. Mein Lieblingsbuch aller Zeiten ist „Der Fliegenfänger“ von Willy Russell. Gerade lese ich eher Kinderbücher mit meinem Sohn, im Moment lese ich ihm „Die tollkühne Rückkehr von JanBenMax“ von Zorkan Drvenkar vor, ein wirklich grandioses Buch.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder ein Film der Ihnen aus der Kindheit gerade spontan einfällt, der gerne gesehen wurde und weshalb?
Leider bin ich nicht so gut im Filme merken. Manchmal gucke ich einen und stelle erst nach einer Dreiviertelstunde fest, dass ich ihn schon gesehen habe.

Haben Sie ein Idol? Wenn ja wer und weshalb?
Es gibt viele davon. Tina Fey und Amy Poehler zum Beispiel, die so lustig sind und die leider männlich dominierte Comedyszene in Amerika auf großartige Weise aufmischen. PJ Harvey hat mich mit ihrer Musik und ihrer Schrägheit beim Aufwachsen begleitet, Brody Dalle kam etwas später dazu (sie kommt auch indirekt in ,Familiensafari‘ vor) und Patti Smith ist mit ihrer Biografie, ihrer Kreativität und ihrer beeindruckenden Art, älter zu werden auch sehr zu bewundern.

Gibt es ein Sprichwort, welches Sie durch ihr Leben begleitet?
Nö. Aber ich versuche, den kategorischen Imperativ im Hinterkopf zu haben.

Ein besonderes Ereignis in Ihrem Leben?
Ja, es ist schnulzig, aber die Geburt bzw. das Dasein meiner Kinder. Das hat mich am meisten geprägt, geerdet und glücklich gemacht.

Eine peinliche Situation, worüber Sie heute lachen können?
Ich habe als Studentin in einem Second Hand Shop einen Bademantel gekauft, von dem ich dachte, er geht als coole Jacke durch. Als ich damit zu meiner Thekenschicht in der Luna Bar in Münster erschien, sah ich
© Gisi Rameken
aber leider so aus, als wäre ich im Bademantel zur Arbeit gekommen. Hab ich auch nur einmal gemacht.

In welcher Stadt außer Ihrem Geburts- und Wohnort, könnten Sie es sich vorstellen zu leben und weshalb?
Ich möchte gern mal länger irgendwo leben, wo man sonst Urlaub macht, um zu gucken, ob sich der Alltag dort besser anfühlt. Und das möchte ich, obwohl sich der Satz nach Scheitern in einer Auswanderersendung anhört.

Erzählen Sie uns doch etwas über Ihr aktuelles Buch. Wie ist die Idee entstanden? Wie sahen die Recherchen dazu aus?
Zuallererst hatte ich ein Auto im Kopf. Dann die Familie Griswolds aus „Hilfe, die Amis kommen“. Den Rest habe ich mir ausgedacht. Für die einzelnen Reiseetappen habe ich Freunde, Bekannte, Live-Erschrecker und den Skateboard fahrenden Erzieher meines Sohnes befragt und Korrektur lesen lassen.

Hatten Sie beim aktuellen Buch ein Mitsprachrecht bei der Covergestaltung? Und wie gefällt es Ihnen persönlich?
Ein bisschen konnte ich mitreden. Als es in die finale Entscheidungsphase ging, habe ich allerdings gerade ein Kind bekommen.

Wie lange schreiben Sie Durchschnittlich an einem Roman? Und wie sieht der Werdegang von der Entstehung der Idee bis zur Veröffentlichung aus?
Da es mein erster Roman ist, gibt es noch keine Durchschnittswerte. Aber ich hoffe sehr, ich werde sie irgendwann nachreichen können.

Wie haben Sie sich gefühlt, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde? Werden Sie oft in der Öffentlichkeit erkannt?
© Marion von der Mehden

Ich war sehr stolz, als ich mein erstes Buch in den Händen hielt. Bis jetzt wurde ich genau einmal auf der Straße erkannt und auf ,Muttergefühle‘ angesprochen, und da war ich so sprachlos, dass die Frau mich bestimmt mindestens sonderbar fand.

Haben Sie ihr Buch jemanden gewidmet? Und wenn ja, wer ist diese Person?
Mein erstes Buch habe ich meinem Sohn gewidmet, weil es ja auch überwiegend von ihm handelt. Beim zweiten Buch habe ich das mit der Widmung tatsächlich vergessen - und es fällt mir jetzt erst auf.
Ich bedanke mich recht herzlich bei der Autorin Rike Drust für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen, sowie beim Verlag für die Unterstützung, ohne die dieses Interview erst gar nicht zu Stande gekommen wäre. Vielen lieben Dank!




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Bildquellen siehe Bildunterschrift



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