Montag, 23. September 2013

[INTERVIEW] Im Autoren-Interview Alexa Hennig von Lange + Gewinnspiel

Im Autoren-Interview
Alexa Hennig von Lange
+
Gewinnspiel

Kleiner Steckbrief zur Person

© Thomas Koy


Name:
 Alexa Hennig von Lange
Geburtsort: Hannover
Geburtsjahr: 1973
Wohnort: Berlin
Homepage: www.alexahennigvonlange.de 
Familienstand: verheiratet
Kinder: drei Kinder und im November 2013 wird Familienzuwachs erwartet

Veröffentlichungen: 1997 erschien ihr Debütroman "Relax"; Für "Ich habe einfach Glück", erhielt sie 2002 den Deutschen Jugendliteraturpreis










Information zum Interview:
Dieses Interview habe ich dieses Mal nicht selber geführt, sondern wurde von Alexa Hennig von Lange ihrem Lektor geführt, und mir in Zusammenarbeit mit dem C.Bertelsmann Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich, dass ich dieses Interview auf meinem Blog veröffentlichen darf.

Einige Fragen an die Autorin

Liebe Alexa Hennig von Lange, Sie haben eine große Familie, da herrscht immer viel Trubel. In welcher Umgebung schreiben Sie am liebsten und wo holen Sie sich Ihre Inspiration?
Am liebsten schreibe ich zu Hause, an unserem riesigen Tisch, der gleichzeitig als Ablagefläche für alles dient, was nicht verlorengehen darf oder sofort zur Hand sein muss. Das reicht von der Chronik des 20. Jahrhunderts bis zu Handyaufladekabeln und Starwars-Legoanleitungen. Durch gemachte Erfahrungen, Gespräche mit meinem Mann, meinen Freundinnen, Zeitungsberichte und Reisen komme ich auf neue Romanideen.

Wie und wann haben Sie zum Schreiben gefunden?
Sobald ich ein paar Worte schreiben konnte, habe ich angefangen, meine ersten Geschichten zu schreiben. Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Zuerst ging es um einen Jungen, der sich im Wald verirrt, nur noch ein Käsebrot in der Tasche hat und nicht weiß, wer er ohne die anderen ist. Dann ging es um ein Mädchen, das ein schönes Bild malt und es anschließend zerreisst, aus Furcht, es verlieren zu können.

Was charakterisiert Ihren Erzählstil?
Ich würde ihn als lebendig und direkt beschreiben.

Haben Sie ein schriftstellerisches Vorbild?
Charles Bukowski hat mich wohl besonders geprägt. Ich mag seine unumwundene Art des Erzählens. Er braucht nicht viele Worte, um die Menschen, die Gedanken, Gefühle, die Atmosphäre vollständig einzufangen. Auf den ersten Blick mag seine Sprache beinahe grob wirken, doch auf den zweiten Blick ist die darin enthaltene Schönheit, Poesie und Einfachheit zu erkennen, die das Erzählte so lebendig, spannend und wahr machen. Meine Mutter hat meiner Schwester und mir hingegen auch die Klassiker der Frauenliteratur näher gebracht. Stichwort: Effi Briest. Dieser Roman und das darin beschriebene weibliche Leiden hat mich mit 12 Jahren wirklich vom Hocker gehauen.

Familie ist Ihnen sehr wichtig, das merkt man auch Ihren Romanen an. Familienbande sind
© Marcus Höhn
immer ein starkes Motiv darin. Was bedeutet Ihnen Familie und warum legen Sie in Ihren Romanen ein großes Augenmerk darauf?

Ich komme aus einer großen Familie, ich bin mit Liebe überschüttet worden - und doch standen in unserer Familie immer alle kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Bei uns zu Hause war es nie langweilig, dauernd passierte etwas, ständig schien es um Leben und Tod zu gehen. Diese Fülle an Gefühlen und Fragen, das Leben betreffend, haben mich natürlich geprägt und berauscht. Und doch habe ich, je älter ich wurde, erkannt, was für Kräfte in jedem einzelnen von uns am Werk sind, die das Miteinander nicht immer vereinfachen. Mich beschäftigt bis heute, wie Menschen in Gemeinschaft zusammen leben können, ohne sich aneinander abzuarbeiten, sondern voneinander zu lernen und sich ohne Furcht und Vorurteil aufeinander zuzubewegen. Ich glaube an die bedingungslose Liebe.

Was halten Sie dann davon, so eine tiefe und aufregende Liebe in bürgerliche Bahnen zu lenken, z.B. mit einem Eheversprechen?
Für mich ist es das absolut Größte, verheiratet zu sein. Dennoch stellt das Eheversprechen "nur" den Rahmen für die Liebe da. Für die Liebe und die Verbundenheit zu meinem Mann bin ich jeden Tag aufs Neue selbst verantwortlich. Sich dessen bewusst zu sein, ist aufregend und hält das Miteinander lebendig. Ich freue mich, dass wir eine so große Familie sind, in der eine erstaunliche und liebevolle Offenheit herrscht.

Auch Ihr neuer Roman „je länger, je lieber“ beleuchtet eine ganz besondere Beziehung innerhalb einer Familie. Erzählen Sie uns kurz, worum es geht?
Es geht - wie in fast all meinen Romanen - ums Erwachsenwerden. Und darum, den eigenen Weg zu finden. Es geht um Abhängigkeit und Unabhängigkeit und um die eine, große Liebe. Es geht um Abschied, aber auch um das Friedenschließen mit der Vergangenheit. Es geht ums Verzeihen und das Erkennen von Hauptsache und Nebensache. Kurz gesagt: Es geht um das Finden des einen wahren Lebens hinter all den substanzlosen Glaubenssätzen und Fehlannahmen, die wahre Verbundenheit verhindert - von denen wir aber dennoch so schwer lassen können.

Wie würden Sie die Hauptpersonen Ihres Romans charakterisieren?
Mimi ist Mitte dreißig und die Enkelin ihrer beinahe hundertjährigen Großmutter Clara. Beide sind getrieben von der Sehnsucht nach der einen großen Liebe - und verpassen dabei beinahe ihr Leben.

Wie wichtig sind weibliche Vorbilder innerhalb einer Familie, um den eigenen Weg als Frau zu finden?
Das Hauptthema unter den Frauen in meiner Familie war immer: wer bin ich als Frau in dieser Welt? Wie schaffe ich es, trotz Kindern und Ehe ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ohne von meinem Mann anhängig zu sein? Viele Ideen und seltsame Rückschlüsse wurden im Laufe der Zeit geboren und an die nachfolgenden Mädchen-Generationen weitergegeben, die sich wiederum an diesen schwerwiegenden Fragen die Zähne ausgebissen haben. So litt auch ich unter einem total verqueren Frauenbild. Partnerschaft, Ehe und Mutterschaft schienen das Unglück zu komplettieren. Doch irgendwann erkannte ich, dass ich mich von all diesen althergebrachten Denkweisen befreien wollte. Das war nicht ganz leicht. Es hat seine Zeit gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich erst einmal in meinem Partner die Unschuld sehen möchte, dass es sich leichter miteinander lebt, wenn ich mich nicht versuche, vor meinem Partner zu schützen, sondern mich ihm furchtlos öffne. Auf diesem langen Weg habe ich zu einer großen Freiheit und Vertrautheit gefunden, von der ich natürlich auch in "je länger - je lieber" erzähle.

© Marcus Höhn

Sie sagen von sich selbst, dass Sie schon viele Frauenbilder durchlebt haben – vom Konzept der eigenen Mutter angefangen bis hin zu dessen Extrem. War das schwierig?
Nun ja. Erst einmal nehmen wir wohl alle an, dass das, was wir von unseren Eltern gesagt und gezeigt bekommen, die absolute Wahrheit ist. Irgendwann ist mir aufgegangen, dass diese Wahrheit teilweise nicht mehr als ungeprüfte Konzepte waren, von denen ich mich befreien wollte. Natürlich stellte sich für mich auch die Frage: Wer bin ich ohne diese Konzepte? Oder: Was passiert mit mir, wenn ich von diesen Sichtweisen ablasse? Bis heute habe ich ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern. Dadurch, dass wir uns untereinander austauschen, lernen wir voneinander - und ich lerne wiederum von meinen Kindern. Nichts ist verloren. Es entsteht eine immer größer werdende Verbundenheit und damit Freiheit.

Sie haben schon früh einen anderen Lebensweg eingeschlagen, als er von Ihren Eltern vorgelebt wurde, haben schon vor der ersten Vorlesung wieder kehrt gemacht und sich nicht dem universitären Bildungszwang unterworfen. Damals vielleicht eine Laune, heute Ihr Glück?
Meine Eltern hielten es bestimmt für vernünftig, zu studieren. Gleichzeitig waren ihre Vorbilder auch meine Vorbilder: Schriftsteller, Künstler, Architekten. Alles Menschen, die schöpferisch tätig waren, die sozusagen nichts mehr benötigten, als sich selbst. Als für mich klar war, dass ich Schriftstellerin werden möchte, haben meine Eltern mich also machen lassen. Sie wussten ja, dass sie mir Verantwortungsgefühl, Disziplin und bedingungslose Freude am Tun mitgegeben hatten.

Haben Sie Ihr eigenes Lebenskonzept gefunden?
Ich war wilde Feministin, allein erziehende Mutter, bürgerliche Ehefrau und was sonst noch alles. Inzwischen sind mir Offenheit und innere Unabhängigkeit von äußeren Umständen und verqueren Sichtweisen das Wichtigste.

Was haben Sie aus Ihren Erfahrungen gelernt und welche Tipps würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben, die versuchen, sich von den vorgelebten Rollenbildern freizustrampeln und Ihren eigenen weiblichen Stil zu finden?
Huch! Ich glaube, am wichtigsten ist es, den anderen Menschen unvoreingenommen und vorurteilsfrei zu begegnen und auf die eigene Kraft und die Freude zu vertrauen. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass jeder sein Bestes gibt.

Sie leben schon lange in Berlin. Was gefällt Ihnen an der Stadt und welche Beziehung haben Sie zu ihr? Ist es hier einfacher, seinen eigenen Lebensstil zu finden? Kann man freier atmen?
Ich verbinde mit Berlin viele schöne Erinnerungen, die teilweise zwanzig Jahre zurück liegen. Ich habe hier viele Freunde und meine Schwester lebt hier. Es ist faszinierend, wie sich die Stadt verändert, wie viele Menschen aus aller Welt herkommen, um sich hier umzusehen. Und doch zieht es mich immer mehr raus aufs Land, in die Einfachheit. Die Stille, die Weite und die Frische machen es mir oft leichter, mich aufs Wesentliche zu konzentrieren.

Schriftstellerin, Drehbuchschreiberin, Model, Moderatorin… Sie sind und waren schon viel im Leben, waren in dem, was Sie anpackten, immer erfolgreich. Wo soll es noch hingehen, gibt es neue Ufer?
Ich möchte noch viele Romane schreiben und mit meiner Familie in fröhlicher Gelassenheit leben - wo und wie auch immer.



Klappenetext: (Textquelle: C.Bertelsmann Verlag)
Eine ergreifende Liebesgeschichte der beliebten deutschen Autorin
Wie findet uns das Glück? Danach fragt Alexa Hennig von Lange in ihrem neuen großen Roman. Als Mimi eines Nachts zu ihrer geliebten Großmutter gerufen wird, glaubt sie schon an Abschied. Clara liegt im Sterben, aber eine unstillbare Sehnsucht lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Ein geheimnisvoller Kompass führt Mimi schließlich zum Ursprung einer einzigartigen Liebe, die die halbe Welt und ein ganzes Jahrhundert umspannt. Beim Versuch, ihre Großmutter mit dem Schicksal zu versöhnen, erkennt Mimi, dass sie ihr Leben in die eigenen Hände nehmen muss.


Wie könnt Ihr gewinnen?

1.) Beantwortet die Gewinnspielfrage und füllt das Gewinnspielformular komplett aus, und schon landet Ihr im Lostopf!
(Die Antwort wird bei der Verlosung veröffentlicht)

Gewinnspielfrage:
Was findet Mimi in der Villa, welcher sie zum Ursprung einer einzigartigen Liebe führt?
(Hinweis: Die Lösung findet Ihr im Klappentext des Buches)

Einsendeschluss ist der 29.09.2013 um 23:59 Uhr




Sollte das Formular einmal nicht dargestellt sein, so könnt Ihr dieses auch HIER erreichen!


Ich bedanke mich recht herzlich für die Bereitstellung des Interviews, welches der Lektor von der Autorin Alexa Hennig von Lange geführt hat. Lieben Dank auch für die Unterstützung mit einem Verlosungsexemplar geht an 


Teilnahmebedingungen:
1.) Es darf jeder teilnehmen der das 18. Lebensjahr vollendet hat, oder aber bei Minderjährigen die Einverständniserklärung der Eltern besitzt.
2.) Der Gewinn wird innerhalb einer Woche nach der Verlosung per Postbrief versendet.

3.) Alle Daten werden nach Auslosung des Gewinners gelöscht.
 4.) Die Verlosung wird innerhalb von 1-3 Tagen nach Einsendeschluss ausgelost und die Gewinner werden hier bekanntgegeben.
5.) Der Gewinn kann nicht ausbezahlt werden
6.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen



© 2013 Katis-Buecherwelt
© Interview: wurde vom Lektor der 
Autorin Alexa Hennig von Lange
 geführt und durch den C.Bertelsmann Verlag
 bereitgestellt nach Genehmigung